Aus der Reihe „Dinge die ich nicht mehr hören kann“

männerWisst ihr wo ich schon den erste Stolperstein in diesem Satz finde?

Fang doch mal an darüber nachzudenken wen oder was DU eigentlich möchtest.

 

Was du dir von einer Beziehung versprichst, welche Ziele du im Leben hast und welchen Mann du auf diesem Weg an deiner Seite siehst.

Dann werfe dieses Modell bitte wieder über Bord, denn am Ende kommt es meist doch anders als gedacht.

Aber nun mal ernsthaft: Du bist eine starke Frau? Dann frag dich ehrlich: Wenn mir ein Typ das Gefühl gibt zu stark, zu erfolgreich, zu selbstbewusst zu sein-ist das der Mann der zu dir passt? Möchtest du jemanden daten, der deine Stärke nicht als solche sieht, sondern als Bedrohung?

Versteh mich nicht falsch: Es gibt Männer, die keine Angst vor erfolgreichen Frauen haben. Aber doch höre ich diesen Satz sehr oft.

Und das nicht nur von gebrochenen Herzen und über verflossene Dates trauernde Mittzwanzigerinnen. Erschreckend, dass die Feststellung, dass Männer schlicht und ergreifend keine starke Frau möchten auch von Frauen im sogenannten „besten Alter“ zu hören ist. Von Frauen, die es doch eigentlich besser wissen und unsereins ermutigen und bestärken sollten. Wie wäre es mal mit “Verstell dich nicht. Sei stolz auf das was du tust und wer du bist” an Stelle von “Sprichst du denn sanft genug? Lachst du denn über seine Witze? Redest du vielleicht zu viel über dich?”.

Und sind wir Frauen mit solchen Aussagen nicht auch ein Stück weit mitverantwortlich dafür, dass sich dieses Bild so weiter trägt?

Warum verschwenden wir unsere Zeit und Energie damit im Internet nach Ratschlägen zu suchen, wie ich ihn “an mich binden kann”? Warum dürfen wir nicht schlafen mit wem, wann und wo wir wollen ohne uns im nächsten Atemzug anhören zu dürfen, dass Männer gerne jagen und dich als “leicht zu haben” betrachten wenn du aufgeschlossen bist? “Verschenke dich nicht zu früh, sonst lässt er dich fallen.” Aber im Grunde würde er dir auch “das blaue vom Himmel runter lügen um an sein Ziel zu kommen” und auch nur BIS er an sein Ziel gekommen ist. Wo finde ich hier die Logik? Wenn er sowieso nach einer Weile weg ist-wozu dann der Aufwand? Offensichtlich ist er ja schlicht und ergreifend kein Beziehungsmaterial.

Und vor allem: Warum leben wir nach diesen Ratschlägen? Oder verheimlichen bei neuen Bekanntschaften unsere eigentliche Lebens- und Abenteuerlust?

Kann eine Frau nicht mehr Geld verdienen, viele Liebhaber gehabt haben und dennoch treu und zuverlässig sein? Ich erkenne den Widerspruch nicht.

Wir sollten aufhören uns gegenseitig in unsäglich enge und längst verschlissene Schubladen zu drängen. Wir sollten damit aufhören Geschlechtsgenossinen als sexgeilen, eiskalten, kinderlosen Karrierevamp oder als Bürstenschnitt und Fila-Pulli tragende, unsensible und viel zu herbe Power-Emanze zu bezeichnen.

Auch mit der Arbeit einmal bei uns anfangen. Und ich bin mir sicher, dass wir allein damit genug ausrichten können um auch dem letzten angstgeprägten Mann zu zeigen, dass wir beim besten Willen keinen Grund zur Panik darstellen.

Und wenn es um die Liebe geht heißt es doch am Ende eher: Welchem Naturell entsprichst du und wer lernt es zu lieben ohne es verändern zu wollen?

 

by Christina